Glaube spielt für viele Bewohner Eyuuns eine wichtige Rolle. Sei es als Quelle der Hoffnung in schweren Zeiten, als Motivation an anstrengenden Tagen oder einfach als Begleiter im Leben. Dabei haben sich in verschiedenen Regionen verschiedene Religionen entwickelt, welche am Ende jedoch immer auf dieselben Götter (bzw. Entitäten) zurückzuführen sind, welche im Laufe der Zeit und an den unterschiedlichen Orten auf diverse Weisen und in immer anderen Intensitäten verehrt werden.
Im Volksmund wird dabei zwischen Göttern und Entitäten unterschieden, wobei eigentlich Götter auch nur sehr mächtige Entitäten sind. Denn jede Entität (also auch die Götter) schöpft ihre Macht aus ihrer Anbetung. Viele Verehrer stärken also die Entität bzw. den Gott und mächtige Entitäten werden meistens viel verehrt, eine Schleife, welche dazu geführt hat, dass einige Entitäten sehr mächtig geworden sind, bis zu dem Punkt, wo sich für sie ein neuer Name ergeben hat: Götter.
Die 8 hohen Götter
Je nachdem, wen man fragt, gibt es verschiedene “echte” Götter bzw. eine eigene Wichtigkeit zwischen den Göttern. Dabei lassen sich fast alle Glaubensrichtungen auf 8 mächtige Götter zurückführen, ausgenommen die kleinen Glaubensgruppen, welche an Entitäten glauben und oft lediglich als Kulte abgeschrieben werden. Von diesen 8 Göttern gibt es 7, welche mit ihren Gläubigen interagieren und aktiv Einfluss auf die Welt nehmen. Der Glaube an den 8. Gott (Der Unbekannte) entstand aus Überlieferungen aus der Zeit der Alten, wo immer wieder von einem “Götterrad” mit 8 Göttern die Rede ist, einem Achteck, was diese Götter in Verhältnis zueinander setzt. 7 dieser Götter können mit relativ hoher Sicherheit zugeordnet werden, während der 8. Platz unklar blieb, so unklar, dass sich ein großer Glaube an diesen Gott entwickelt hat, welcher sich bisher noch in keinster Weise seinen Anhängern offenbart hat.
Ierag – Der Antlitzlose
Ierag, Gott des Feuers und des Nutzens, der Antlitzlose. Er hat keine wirkliche Form, in der er sich zeigt, weil sein wichtigstes Prinzip der Nutzen ist und eine Form ihm keinen Nutzen bringt. Seine Lehren geben allem einen Sinn, alles kann irgendwie genutzt werden und jeder hat irgendeinen Nutzen in der Welt, auch wenn es den Gegenstand oder die Person zerstört. Viele sehen ihn als kalkulierenden und pragmatischen Gott, welcher dafür steht, alles zum eigenen Vorteil auszunutzen. Andere interpretieren seine Lehren so, dass er lediglich versucht, Sinnlosigkeiten zu vermeiden und in allem einen Sinn zu sehen, sodass seine Lehren für viele andere Personen ein Zeichen von Hoffnung und ein Hinweis auf einen Sinn des Lebens sind.
Effrana – Die Unvorstellbare
Effrana, Göttin des Wassers und der Veränderung, die Unvorstellbare. Immer, wenn sie erscheint, berichten Zeugen von unbeschreiblichen Phänomenen, wild reflektierenden Fraktalformen, welche in der Luft erscheinen und wie das Meer spiegeln und Wellen schlagen. Durch sie hindurch sind die Umrisse eines riesigen Kraken zu erkennen, welcher jedoch von jedem, der ihn gesehen haben will, anders beschrieben wird. Sie ist unberechenbar wie die See und jederzeit präsent, denn immer verändert sich irgendetwas.
Gerodon – Der Lehrmeister
Gerodon, Gott des Gesteins und der Herstellung, der Lehrmeister. Er ist das Eisen, was geschmiedet wird, die Pflanze, welche zum Heiltrank wird, oder der Ast, welcher ein Pfeil wird. Und während der Verarbeitung ist er auch immer der Lehrmeister, welcher die Hände des Handwerkers leitet und führt. Seine Gestalt ist das Material, das verarbeitet wird, und sein Gebet ist die Verarbeitung.
Xynrae – Die Behüterin
Xynrae, Göttin der Luft und der Tradition. Sie ist die eine Gottheit, welche jeden von uns andauernd und immerwährend umgibt. Sie war immer da, ist immer da und wird auch immer da sein. Vögel sind ihr heilig, denn angeblich ist sie jeder Vogel dieser Welt zugleich und lebt in jeder neuen Generation Vögel weiter. Wenn sie mit Gläubigen kommuniziert, tut sie das meistens über einen Vogel, durch welchen sie spricht oder ihre Botschaft symbolisch überbringt.
Arivira – Die Lebensmutter
Lebensmutter Arivira, Göttin des Lebens und der Ordnung. Sie ist die gütige Schutzherrin des Lebens, Verteidigerin gegen den Tod und Behüterin der Ordnung. Dabei widerspricht ihr Erscheinungsbild oft der Vorstellung, welche viele Gläubige von ihr haben, denn sie offenbart sich meistens in Wesen, welche aussehen wie eine eigenartige Kombination aus humanoiden Aspekten und geometrischen Formen und Objekten. Von ineinander verwobenen perfekten Ringen mit Augen, bis hin zu unvorstellbaren und dennoch unfehlbaren Vielecken mit Mündern und Augen und Ohren auf allen Flächen, welche in perfektem Einklang sprechen, gibt es viele Formen, die sie annimmt.
Boremos – Der Wahnsinnige
Boremos der Wahnsinnige, Gott des Todes und des Chaos. Es heißt, angeblich fürchtet alles Lebende nur den Tod, weil wir wissen, dass er uns dann erwartet. Er steht für alles Unvorhergesehene, für Unsicherheit, Zweifel und letztlich den Tod allen Lebens. Seine Gestalt verkörpert die pure Entropie allen Lebens und ist ein chaotischer Mix aus allem Verstorbenen. Somit ist sein Aussehen, primär das eines Insektes, nur deutlich größer, wobei nicht klar ist welches, da er jede verstorbene Gestalt und somit auch jedes verstorbene Insekt verkörpert. Es heißt, wenn man um jemanden trauert, erkennt man die Person in seiner Gestalt klar wieder und nur der Anblick seines Körpers kann Personen in den Wahnsinn treiben.
Ixylios – Der Neue
Ixylios der neue, Gott des Flusses und des Wissens. Ixylios war der Legende nach zur Zeit der Alten ein mächtiger Erzmagier, welcher auf dem Gebiet der höheren Welten geforscht hat. Dabei soll er einen Weg gefunden haben, selbst zur Gottheit aufzusteigen. Seine Verehrung begann dabei erst nach dem Zeitalter der Alten, wo er jedoch als Vorbild für Flusswirker und Gläubige auf der ganzen Welt für die Kreativität und den Erfindergeist steht. Er ist die einzige große Gottheit, welche ein immer gleiches und zusätzlich noch humanoides Aussehen hat, denn er erscheint so, wie er damals (vermutlich) ausgesehen hat. Ein sehr alter Elf, mit langem grauen Bart und langen grauen Haaren, dennoch anmutig und edel in seinem Erscheinungsbild und mit leuchtend blauen Augen, die vor Fluss nur so strahlen.
Der Unbekannte
Der Unbekannte entstand aus dem Glauben an das “Götterrad”, welches in einer Vielzahl an Schriften aus der Zeit der Alten erwähnt wird. Es ist ungeklärt, ob es diesen Gott überhaupt gibt, denn anders als alle anderen Entitäten oder Götter hat dieser Gott sich noch in keinster Weise zu erkennen gegeben. Niemand konnte nachweislich mit ihm in Kontakt treten und er hat auch bisher noch nicht nachweislich Einfluss auf Eyuun genommen. Dennoch, oder vielleicht grade deswegen, ist eine große Gläubigerschaft um ihn herum entstanden, welche den Unbekannten oft als einzigen wahren Gott sehen, welcher es nicht nötig hat, sich durch Aktionen in Eyuun zu beweisen.
Da der Unbekannte nicht in die Welt eingreift, kann durch Glaube an ihn keine Gunst erhalten werden und es gibt keinen Akolythen-Pfad für diesen Gott. Charaktere können natürlich trotzdem an ihn glauben!
Niedere Entitäten
Dieser Sammelbegriff umfasst eine unendliche Vielzahl an Entitäten, welche nur einen Bruchteil der Anbeterschaft der großen Götter haben und dadurch auch nur einen Bruchteil deren Macht, aber dennoch Entitäten mit demselben Potenzial sind. Wie Götter auch haben Entitäten immer ein “Thema” bzw. eine Ausrichtung, welche bei unendlich vielen Entitäten oft sehr speziell werden kann und sich auch öfters mit den Gebieten anderer Götter oder Entitäten überschneiden kann. So gibt es zum Beispiel die Entität der Liebe, des Mordes, des Handels, des Betrugs, der Kraken und so weiter. Viele Entitäten haben dabei kaum bis gar keine Gläubigen, aber es gibt immer wieder Momente, in denen sich Gleichgesinnte zusammentun und sich einer Entität widmen, ein Kult entsteht.
Aeilar
Wenn Entitäten eine gewisse Macht erreicht haben, können sie einen Teil davon abspalten und zu einer lebenden & sterblichen Gestalt formen. Diese neuen Kreaturen nennt man Aeilar. Sie leben in den Reichen der Entitäten, können aber auch nach Eyuun geschickt werden, um die Entität dort zu vertreten. Da eine gewisse Macht vonnöten ist, um Aeilar zu erschaffen, sind es vor allem Götter, die von dieser Gabe in großem Stil Gebrauch machen, aber auch einige Entitäten schicken Aeilar nach Eyuun, um ihren Willen zu vertreten.
Der normale Aeilar hat dabei grob das Aussehen der anderen Bewohnern Eyuuns. Man erkennt sie meistens an kleinen Besonderheiten, welche ihre göttliche Seite preisgeben, wie einem Heiligenschein, Hörner, das fehlen eines Schattens, und so weiter. Sie werden oft nach Eyuun geschickt, um dort am Leben teilzunehmen, der Entität einen Eindruck von der Welt zu verschaffen und ihre Werte in dieser zu vertreten. Die Besten unter den Aeilar bekommen manchmal das Privileg, aufzusteigen und ein Engel oder ein Dämon zu werden. Der Weg dahin ist schwierig und nur wenige schaffen es, am Ende ihre humanoide Form hinter sich zu lassen und von ihrer Entität “neu geschaffen” zu werden. Nach diesem körperlichen Umbau wirken Engel und Dämonen für die Bewohner Eyuuns oft eigenartig und fremd, da ihre neue Form die Aspekte und Eigenschaften ihrer Entität meist sehr viel direkter widerspiegelt.
Engel
Engel bezeichnet dabei immer die Boten einer Gottheit. Sie sehen überwiegend friedlich aus, haben eine angenehme Stimme und sind versiert in den unterschiedlichsten Sprachen Eyuuns. Sie überbringen den Gläubigen Nachrichten, Warnungen oder Prophezeiungen und werden dafür von ihnen verehrt und ersehnt. Ihr Erscheinen ist eine Seltenheit, welche Leben prägt, Feiertage begründet und Schicksale verändert.
Dämonen
Dämonen auf der anderen Seite sind die Krieger der Götter. Sie bestrafen und verteidigen die Gottheit in Eyuun und in der aeilerischen Ebene. Ihr Erscheinungsbild ist oft furchterregend und sie führen oft gefährliche Waffen und tragen mächtige Rüstungen. Dämonen gibt es etwas häufiger als Engel, und in unterschiedlichster Stärke, da es Götter oft bevorzugen, viele kleine Möglichkeiten des Eingriffs in die Welt an unterschiedlichen Orten zu haben, als einen mächtigen Repräsentanten.
Inkarnationen
Da Entitäten meistens nicht genug Macht für einen eigenen mächtigen Engel oder Dämon haben, sammeln sie oft ihre Stärke und erschaffen damit eine Inkarnation von sich in Eyuun. Damit geben sie zwar ihre Unantastbarkeit auf, können aber deutlich aktiver in der Welt handeln und sind quasi ihr eigener Engel & Dämon zugleich. Diese Inkarnation ist oft das Ziel vieler Kulte, welche versuchen, eine Entität mächtig genug zu machen, um sie in diese Welt zu holen.
Die Aeilerische Ebene
Das Reich der Götter, so nennen viele diese Ebene der Existenz. Hier haben Entitäten ihre Reiche, welche sie vollständig kontrollieren. Im Zentrum dieser Ebene befindet sich der Planet Eyuun, und die aeilerische Ebene umkreist ihn, wie eine endlose Scheibe, von Eyuun aus mit dem bloßen Auge unsichtbar. Je näher eine Entität ihr Reich an Eyuun hat, desto mehr kann sie das Schicksal der Bewohner dort beeinflussen. Daher haben die 7 Götter, die Einfluss auf die Welt nehmen, ihre 7 Reiche so nah wie möglich an Eyuun. Das Reich von Ixylios umhüllt dabei den Planeten quasi wie eine zweite, unsichtbare Atmosphäre und nährt Eyuun mit Fluss. Darumherum, diesmal wirklich auf der aeilerischen Ebene gelegen, befinden sich die zwei Halbringe von Boremos und Arivira, schmal, aber in nächster Nähe zu Eyuun. Weiter außen haben Ierag, Effrana, Gerodon & Xynrae ihre Viertel der Ebene beansprucht. Alles dahinter besteht aus kleinen Splitterreichen niederer Entitäten, welche versuchen, ihre Nähe zu Eyuun zu erkämpfen. Doch stehen nicht nur diese Entitäten im andauernden Kampf, auch die Götter streiten um ihre Reiche und verteidigen ihre Grenzen oder versuchen, diese nach außen hin zu erweitern.
Die Reiche der aeilerischen Ebene sind dabei den Reichen Eyuuns gar nicht so unähnlich. Aeilar leben zusammen und verehren die Entität des Reiches. Zwar ist die Entität hier allmächtig, doch sparen sich Entitäten ihre Kräfte gerne auf, denn jeder Akt der Umgestaltung ihres Reiches kostet sie schließlich einen Teil ihrer Kraft. So ist es den Aeilar überlassen, sich um ihre Nahrung & Unterkunft zu kümmern und Kirchen zu bauen, in welchen sie ihre Entität in jeder freien Minute verehren können. Da hören die Ähnlichkeiten aber auch schon auf, denn jedes Reich ist darüber hinaus eine völlig eigene Region, sei es eine brennende Hölle, eine große Meeresweite, oder ein dunkles Labyrinth aus Knochen und Schatten. Jedes Reich ist einzigartig und auf seine Weise extrem gefährlich und seltsam.